Things we treasure

Im Deutschen gibt es ein schönes Wort: Es heißt Einrichtungsgegenstand.
Es erinnert mich an das Wort „Aufbewahrung“, welches es in der Definition eines Möbels, erst gibt seit Ikea in Deutschland seine Waren verkauft. Vorher ging es lediglich um den Vorgang des Aufbewahrens.
Nun ist eine Ikea-Aufbewahrung auch ein Einrichtungsgegenstand. Aber niemand liebt sie. Vielmehr erinnert sie einen daran, dass man die vielen Dinge, die man angeschafft hat, irgendwo unterbringen muss. Und da stellt sich gleich die Frage: „Brauche ich diese Dinge wirklich? Und dazu noch eine Aufbewahrung?“
Ganz anders kann es mit alten Schränken sein, oder Tischen und Stühlen. Auch Kram, der nutzlos herumsteht, kann geliebt werden. Kleine und große Dinge, können liebevolle Wertschätzung erfahren. Das ist das Schöne an der Liebe, sie beginnt langsam irgendwo oder ganz plötzlich. Und dann ist sie einfach da.
Die Liebenden, die ihr Herz an ein Ding gehängt haben, sollten meine Motive sein. Die Dinge auch.
Sie wollen ans Licht und mit ihnen ihre Besitzer.

Ohne hergestellte, dauerhafte Dinge hätten wir nur den Kreislauf des Überlebens. Mit ihnen bekommen wir eine gemeinsame Welt, die uns Beständigkeit, Vertrautheit und Identität gibt.
"Die Haltbarkeit verleiht den Dingen eine relative Unabhängigkeit, eine „Objektivität“, die sie dazu befähigt, den unersättlichen Bedürfnissen ihrer Erzeuger „entgegenzustehen“ und wenigstens eine Zeitlang zu überstehen. So gesehen dienen die Dinge dazu, menschliches Leben zu stabilisieren, uns in der reißenden Veränderung, eine Identität darzubieten, dass der gleiche Stuhl und der gleiche Tisch uns stets mit gleichbleibender Vertrautheit entgegenstehen."
Hannah Arendt, Vita activa

Um innerhalb des gesamten Projekts eine verbindende Ebene zwischen den unterschiedlichen Personen, Objekten und Diptychen herzustellen, habe ich eine klar definierte Formensprache aus bestimmten Flächen und Linien verwendet, die in die Bilder integriert wurden.
Ergänzend gibt es kurze Erläuterungen der Porträtierten. Diese persönlichen Geschichten erzählen, wie die Einzelnen zu ihren Gegenständen gekommen sind — und offenbaren dabei Erinnerungen, Bedeutungen und Gefühle, die mit ihnen verbunden sind. So entstehen kleine Einblicke in individuelle Beziehungen, in Wertschätzung und Zuneigung.